Genehmigungsverfahren für Hilfsmittel zur Therapie nach dem Pörnbacher Konzeptes

(Keil, Rollbrett, Rotationslagerung)

 

Seit Jahren häufen sich die Anfragen zur Kostenträgersituation für Hilfsmittel zur Therapie nach dem Pörnbacher Konzept immer mehr. Leider ist eine Klärung nicht Sicht! 

 

Seit Jahren suchen wir nach Möglichkeiten, ein neues Verfahren zur Anerkennung des Therapiekonzeptes zu starten. Allerdings wurde der Rahmen vom Gesetzgeber in den letzten Jahren immer wieder verschärft. Nur wenn das Therapieverfahren Anerkennung findet, können nach Auffassung der gesetzlichen Krankenkassen auch die Kosten für die Hilfsmittel für diese Therapie übernommen werden.

 

Nach unserer Auffassung (diese Auffassung teilen auch andere Marktteilnehmer) ist der Beweis für die Wirksamkeit in der von den Zulassungsbehörden (Gemeinsamer Bundesausschuss G-BA) geforderten Art nicht erbringbar. Der vorgegebene Studienrahmen kann in einem ganzheitlichen Therapiekonzept nicht ausreichend erfüllt werden.

 

"Die Evidenzbasierte Medizin betont die Wichtigkeit von RCTs als beste Grundlage zum empirischen Nachweis der Wirksamkeit medizinischer Behandlungen, um patientenorientierte Entscheidungen zu treffen."

 

Im Klartext würde das bedeuten, dass wir ein und dasselbe Kind einmal behandeln müssten, und parallel aber auch einmal nur so tun müssten, als würden wir es behandeln. Obwohl allen klar ist, dass diese Anforderung nicht erfüllbar ist, ist bislang keine Abweichung von diesem Verfahren zu erkennen.

 

Was in der erforderlichen Studie zu beweisen wäre:

Wir müssten lediglich beweisen, dass es in Hinsicht auf verschiedene Parameter wirksamer ist ein Kind nach dem Pörnbacher Konzept zu behandeln als nichts mit dem Kind zu tun! (wir reden hier immer von Kindern mit drohenden oder vorhandenen, erkennbaren Defiziten) 

 

Um Abhilfe zu schaffen wurde bereits mit dem Bundesministerium für Gesundheit Kontakt aufgenommen. Von dort kam nur die Rückmeldung, dass eine Änderung gar nicht notwendig sei. Das von uns geschilderte Problem stellt nach Auffassung des Ministeriums kein Problem dar. Die gesetzlichen Krankenkassen könnten auch jetzt schon im Einzelfall  die Kosten für neue, noch nicht anerkannte, Behandlungsmethoden und die dafür notwendigen Hilfsmittel übernehmen. 

 

Das hört sich ja nicht schlecht an. Aber die Krankenkassen fordern zur Begutachtung der Sachlage im Einzelfall eine Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) an. Dieser kommt bei mangelhafter Fragestellung immer zum gleichen Urteil: "Die Behandlungsmethode nach Pörnbacher ist bislang nicht anerkannt, deshalb sind die Kosten durch die gesetzliche Krankenkasse nicht zu tragen. Dies gilt auch und vor allem für die notwendigen Hilfsmittel."

 

 

Also haben wir weiter recherchiert und sind auf folgende Tatsache gestoßen:

 

Es liegt einzig und alleine daran, wie die Anfrage an den MDK gestellt wird!!!

 

Fragt der Sachbearbeiter nach der allgemeinen Wirksamkeit und Anerkennung des angeführten Therapiekonzeptes, wird er immer eine ablehnende Stellungnahme erhalten.

 

Wird stattdessen nach genau dem hier vorliegenden Einzelfall und nach den Chancen für den Patienten gefragt, kommt es oft zu einer Haltung, die zur Bewilligung führt. Auch die Frage nach einer Alternative ist meist schon durch den Arzt des MDK kaum darzustellen. Pörnbacher Therapie wird nämlich zum größten Teil im Bereich des Wohnumfeldes von Eltern und Betreuern durchgeführt. Somit sind pro Woche in vielen Fällen mehr als 10 Stunden Therapie zusätzlich möglich, wenn die Eltern ein entsprechendes Hilfsmittel nutzen können. Umgerechnet auf Therapiekosten summiert sich der eingesparte Aufwand auf mehrere tausend Euro pro Jahr. (Bei 5 Stunden pro Woche und nur 40 angesetzten Wochen pro Jahr, würden sich die Kosten für eine Therapie auf ca. 10.000 Euro anhäufen).

 

Natürlich wird nach genauer Betrachtung der Kostensituation schon vielen Menschen das Einsparungspotenzial klar:

 

Aber!!!

Viele gesetzliche Krankenkassen haben Budget-Verantwortung. D.h. eine Verknüpfung der einzelnen Budgets ist nach unserem aktuellen Kenntnisstand nicht vorgesehen. Also sprechen wir von 10.000 € aus dem Budget der Heilmittel (Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie,...), die wir eventuell einsparen, wenn wir die Eltern mit einem Betrag von ca. 2.000 € aus dem Budget der Hilfsmittelversorgung unterstützen. Natürlich hinkt dieser Vergleich, weil auch die Heilmittel stark begrenzt sind. Nur im Ausnahmefall haben Eltern pro Woche 5 oder mehr Therapieeinheiten. Wie sie mehr schaffen sollten wäre noch zu erfragen.

 

Wo liegt also die Lösung?

 

Vernunft und Einsehen beim Sachbearbeiter der Hilfsmittelabteilung wecken, wenn es um die Beschaffung eines Lagerungskeils geht?

Oft gelingt dies nicht, weil viele Sachbearbeiter von ihrem Vorgesetzten nach der zu erreichenden "Ablehnungsquote im Durchschnitt" bewertet werden.  

 

Vor Gericht ziehen, um dann evtl. nach 5-10 Jahren ein Urteil zu erwirken - mit ungewissem Ausgang?

Viel Glück und Mut, die kindliche Entwicklung wartet leider nicht bis ein Gericht ein Urteil spricht. 

 

Die Kosten selbst tragen?

Hier trennen sich die Wege zwischen wohlhabenden und armen Eltern.

 

Der Weg muss wohl im Einzelfall von den Eltern / Betreuern so gewählt werden, wie es die Umstände zulassen!

 

 

Mögliche Beschaffungswege neben dem Antrag bei der Krankenkasse:

 

- Antrag auf Unterstützung beim Sozialamt (oft kommt hier dasselbe Ergebnis wie bei der

  Krankenkasse) 

 

- Antrag auf Kostenübernahme bei einer Stiftung (in der BRD stehen tausende von Stiftungen bereit

  um Kosten für außergewöhnliche medizinisch notwendige Leistungen zu übernehmen - im Internet

  sind einige zu finden)

 

- Spendenaufruf über Radio, Presse, Medien ...

 

- ...

 

Übrigens, gibt es immer wieder gebrauchte Lagerungen aus dem Vorführ- oder Mietbestand des Vertriebs. Vielleicht steht auf Anfrage ein entsprechendes Hilfsmittel zur Verfügung!