Kurze Einführung für Eltern

zu den Grundlagen des therapeutischen Lagerungskonzeptes:


Innerhalb des ersten Lebensjahres geschieht die Entwicklung der Aufrichtung zeitgleich  übertragen auf die Entwicklung aller Sinnes- und Leistungsstrukturen des kindlichen Organismus.


Jedes Neugeborene ist mit genetisch festgelegten Entwicklungsmustern  ausgestattet, das ist auch bei Säuglingen / Kindern mit erlittener Schädigung unterschiedlicher Ursache so.


Die veranlagten Entwicklungsprogramme sind aber nur durch spezifische Umweltreize abrufbar bzw. aktivierbar, so vor allem durch eine lebhafte Mutter-Kind Interaktion.


Die Entwicklung eines Säuglings erfolgt während des ersten Lebensjahres in einem gesetzmäßigen Wechsel zwischen zwei sogenannten Beuge- und zwei Streckentwicklungsphasen.


1. Die frühe Beugephase: während der ersten 4 bis 5 Lebenswochen


2. Die erste Streck - Entwicklungsphase: von der 5. bis 6. Lebenswoche bis zum 5. Monat


3. Die zweite Beuge - Entwicklungsphase: vom 5. Monat bis zum 8. Monat


4. Die zweite Streck - Entwicklungsphase: vom 8./ 9. Monat bis zum 12./ 13. Monat


Zwischen jeder Phase sind die Entwicklungsübergänge fließend.


Die frühe Beugephase:

 

Das Neugeborene verhält sich während der ersten vier Lebenswochen noch in ganzheitlich gesicherten Haltungsmustern gegen die Schwerkrafteinwirkung, wobei die Beugehaltung überwiegt.

Man bezeichnet diese erste Lebensphase daher als die frühe Beugephase. Sie wird in der 5. bis 6. Lebenswoche durch die zunehmende Reifung des sich entwickelnden Gehirns und Nervensystems in die Funktionen der  ersten Streck- Entwicklungsphase  überführt.


Die erste Streck - Entwicklungsphase:

 

Während dieser Entwicklungsphase ist die Durchstreckreaktion der zentrale neue Entwicklungsinhalt.

Sie setzt in Bauchlagensituation spontan und mit gleichzeitiger Kopf- und Brustkorbanhebereaktion ein. Dieses Entwicklungsmuster ist für die Weiterentwicklung von fundamentaler Bedeutung.

Ab diesem Zeitpunkt, an dem die frühe Beugephase von den Mechanismen der Streckentwicklung abgelöst wird, setzt die Therapie des NEPA: "Neuro-Entwicklungsphysiologischer Aufbau" ein.


- Die Asymmetrie im frühen Säuglingsalter stellt für jede Weiterentwicklung ein besonderes Problem dar.


Sie ist verursacht durch geburtstraumatische Geschehnisse oder durch zentral bedingte Muskeltonus- und Bewegungsstörung.

Es soll an dieser Stelle im besonderen darauf hingewiesen werden, dass jede Entwicklungsvoraussetzung für vollkommene Aufrichtung ausschließlich an Momente aus der Bauchlagenorganisation gebunden ist:


Drehen über die Seite, Robben, Krabbeln, Aufstehen über den Halbkniestand usw..


Das bedeutet, dass ein Kind, das während seiner Entwicklung im ersten Lebensjahr keine Bauchlage vollzogen hat, bzw. diese vermieden hat, durch den Teil der dadurch mangelhaften oder fehlenden Entwicklungsinformation, erfahrungsgemäß eine Körperfehlhaltung sowie Bewegungs- und Sinnesfunktionseinschränkungen aufweist.


Die Entwicklungsinhalte der ersten Streckentwicklungsphase weisen dann Einbrüche in der Symmetrieentwicklung auf, die den Betroffenen in entsprechendem Ausmaß, oft bis in das hohe Alter belasten.  


Lagerungseinsatz des Keillelements während der ersten Streck - Entwicklungsphase in der horizontalen Lagesituation:


Wenn ein Säugling, wie einleitend  beschrieben, mit dem Erreichen der 5. bis 6. Lebenswoche aus unterschiedlicher Gegebenheit nicht in die Bauchlage gebracht werden kann, so kommt für die therapeutische Aktivierung der Bauchlagenfähigkeit mit der Zielvorgabe für Durchstreckreaktion und Symmetrieentwicklung zwischen der 5. bis 6. Lebenswoche und dem 5. Lebensmonat (das ist die Zeitspanne der 1. Streck-Entwicklungsphase), ein dafür spezifisch konzipiertes Keillagerungssystem mit einem zusätzlichen Becken- und Oberschenkellagerungselement zum Einsatz.

Dadurch wird während der Anwendungszeit ein der Natur der Entwicklung entsprechendes sensorisches Körperauflagenmuster erwirkt, wie dieses dem Säugling / Kind spontan nicht möglich ist.

Mit sofort sichtbarer Wirkung lassen sich so aus der horizontalen Lagesituation, über die Ansprechbarkeit des zentralen Nervensystems Schlüsselprogramme der Entwicklung für einen symmetrischen Körperlagenerhalt und für Abhebemechanismen gegen die Unterlage abrufen.