Die Sitzversorgung

Sarah sitzt hier im alten Stuhl (Buggyversorgung in Rücklage). Wirbelsäulenaufrichtung, Atmung, Schluckfunktion und Kopfausrichtung sind hier stark negativ beeinflusst. Außerdem fördert diese Haltung die Streckspastik. Die Hüfte verdreht sich dann in Adduktion/Innenrotation.

Sarah im neuen Rollstuhl in Oberkörperaufrichtung (Tilty Vario)

Die Sitzbasis wird über ein physiologisches Abduktionselement symmetrisch organisiert. Das Becken wird über eine angepasste Rückenlehne aufgerichtet und gehalten. Die Rückenschale führt seitlich den Oberkörper. Der hohe Tisch stabilisiert die Position.

Hier zeigt sich wie gut Sarah den Oberkörper aufrichten kann. Durch die erreichte Längsspannung und die organisierte Aufrichtung des Oberkörpers fällt atmen, schlucken und kommunizieren viel leichter.

Die Hüftgelenke werden schonend gelagert. Die Position wirkt spastikhemmend.

Bei der Sitzversorgung, von Kindern mit Defiziten, sind einige wichtige Vorgaben zu berücksichtigen. Es steht außer Frage, dass die Sitzversorgung als ein entscheidendes Medium zur Erreichung verschiedener Therapieziele dient. Deshalb sind im Versogungsteam

-Eltern, Arzt, Therapeuten, Pädagogen, Betreuer/Pfelegekräfte, Techniker, Fahrdienst, Krankenkasse- idealerweise alle an der Therapiebestimmung teilhabende Partner eingebunden.

Das Gesetz sieht vor, dass die Hoheit über die Versorgung immer der gesetztliche Vertreter (meist Eltern) hat.

 

 

Allgeimeines zur Sitzversorgung:

 

Die hier beschriebene Sitzversorgung wurde bereits vor mehr als 25 Jahren in verschiedenen Rehakliniken eingesetzt.

Die Vorteile die durch diese Art des Sitzens erreicht werden sind oft sofort erkennbar und sind durch Therapiezielorientierung fixiert.

 

Folgende Therapieziele sind je nach Gegebenheiten einsetzbar:

 

- tonusreguliertes Sitzen mit Ziel der Schonung der Hüftgelenke

- Stabilisierung des Beckens als Basis für die Aufrichtung der Wirbelsäule

- Hochlagerung der Arme mit Ziel einer tieferen Atmung und Stärkung aller Vitalfunktionen

- Aktivierende Aufrichtung des Oberkörpers, mit Ziel der Verbesserung der 

  Schluckfunktion, Stimmführung und Kopfkontrolle.

- tonusregulierende Positionierung der Füße, zur Sicherung der physiologischen Fußstellung und

  Belastung der für Aufrichtung notwendigen sensomotorischen Zonen (Calcaneus).